Ermittelte Windpotenzialflächen

 

Bei der Ermittlung der Potenzialflächen für die Windenergienutzung und bei der Berechnung des sich ergebenden möglichen Energieertrags wurde in Anlehnung an, aber nicht deckungsgleich mit dem Windenergieerlass ein umfangreicher Kriterienkatalog angewendet. Etwa 2,9 Millionen ha, dies entspricht 82 % der Landesfläche, sind für die Windenergienutzung – alleine aus Gründen der Flächennutzung – überwiegend ungeeignet. Jedoch sind nicht alle wünschenswerten Informationen landesweit und aktuell verfügbar bzw. quantifizierbar oder bedürften einer detaillierten orts- und fallbezogenen Prüfung. Zwecknotwendigerweise beruhen der Energieatlas und seine kartographische Übersichtsdarstellungen somit teils auf Vereinfachungen.

Unter anderem konnten folgende Kriterien, die bei der Planung von Windenergieanlagen eine Rolle spielen, bei der Potenzialermittlung nicht herangezogen werden: die geplanten Bauflächen, das Landschaftsbild und der Denkmalschutz, regionalplanerische Festlegungen (z. B. Grünzüge), der nicht-gebietsbezogene Artenschutz, der Generalwildwegeplan, Bodenschutzwälder, Erholungswälder mit Rechtsverordnung, militärischen Restriktionen sowie der behördliche und private Richtfunk. Naturparke wurden lediglich entsprechend der z. T. überlagernden Schutzgebietsregelungen berücksichtigt.

 

Die Karte zeigt Flächen, die sowohl hinsichtlich rechtlicher Nutzung als auch hinsichtlich ihrer Windhöffigkeit für Windenergie geeignet oder bedingt geeignet sind.

Dabei wird unterschieden in:

  • Überwiegend geeignete Fläche (dunkelgrün): Potenzialflächen mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von mindestens 6,0 m/s in 140 m Höhe über Grund ohne bekannte Einschränkungen bezüglich der Flächennutzung
  • Bezüglich Nutzung bedingt geeignete Fläche (orange): Potenzialflächen mit bekannten Einschränkungen bezüglich der Flächennutzung und einer mittleren Windgeschwindigkeit von mindestens 6,0 m/s in 140 m Höhe über Grund
  • Bezüglich Wind bedingt geeignete Fläche (hellgrün): Potenzialflächen mit einer mittleren Windgeschwindigkeit von mehr als 5,5 und weniger als 6,0 m/s in 140 m Höhe über Grund ohne bekannte Einschränkungen bezüglich der Flächennutzung
  • Bezüglich Wind und Nutzung bedingt geeignete Fläche (gelb):  Potenzialflächen mit bekannten Einschränkungen bezüglich der Flächennutzung und einer mittleren Windgeschwindigkeit von mehr als 5,5 und weniger als 6,0 m/s in 140 m Höhe über Grund
 

Die Karte "Ermittelte Windpotenzialflächen" stellt das Ergebnis aus einer Überlagerung (Verschneidung) der "Flächeneignung bezüglich Nutzung" mit der "Windhöffigkeit" dar. Beide Ebenen sind im Erweiterten Daten- und Kartendienst Energieatlas der LUBW einsehbar.

Die Darstellung der Windhöffigkeit beruht auf Modellrechnungen des "Windatlas Baden-Württemberg" von 2011. Die dem Windatlas zu entnehmenden Windhöffigkeiten berücksichtigen allerdings nicht kleinräumige wie auch tages- und jahreszeitliche Schwankungen der Windgeschwindigkeiten sowie Spitzenwerte, die zu bestimmten Zeiten auftreten können. Es handelt es sich dabei um Richtwerte mit einer Unsicherheit von ± 0,2 bis 0,5 m/s, weshalb der endgültigen Standortentscheidung in jedem Fall ein akkreditiertes Windgutachten mit entsprechenden Messungen am Standort vorausgehen muss.

Aus den jeweils zwei Eignungsklassen für Wind (gut geeignet und bedingt geeignet) und den zwei Eignungsklassen für die nutzbaren Flächen (überwiegend geeignet und bedingt geeignet) ergeben sich die vier Kategorien der Potenzialflächen.