Hintergrundinformationen

In Baden-Württemberg hat der Anteil der Stromerzeugung mittels Photovoltaik Ende 2016 bereits einen Anteil von 8 % an der Gesamtstromerzeugung erreicht (s. Broschüre "Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg, Erste Abschätzung, Stand April 2017"). Photovoltaik (und Windenergie) sind die kostengünstigsten CO2-freien Energieträger und bieten für die kommenden Jahre die größten Ausbaumöglichkeiten. Solaranlagen sind überwiegend auf Gebäudedächern installiert. Von der bis Ende 2016 insgesamt in Baden-Württemberg installierten Photovoltaikleistung von rund 5,3 GW entfallen etwa 7,5 % auf Freiflächenanlagen. Zur Umsetzung der Energiewende und zum Erreichen der Klimaschutzziele des Landes muss neben der schwerpunktmäßigen Erschließung des solaren Dachflächenpotenzials auch der Ausbau der Freiflächen-Photovoltaik weiter vorangebracht werden.


Für Freiflächenanlagen sieht das EEG 2017 als zulässige Flächenkulisse vor allem Konversionsflächen und Seitenrandstreifen entlang von Autobahnen und Schienenwegen vor. Da das Angebot solcher Flächen in Baden-Württemberg nahezu ausgeschöpft ist, hat die Landesregierung am 7. März 2017 auf Grundlage der Länderöffnungsklausel des EEG 2017 die Verordnung zur Öffnung der Ausschreibung für Photovoltaik-Freiflächenanlagen für Gebote auf Acker- und Grünlandflächen in benachteiligten Gebieten (Freiflächenöffnungsverordnung – FFÖ-VO, GBl. vom 17.03.2017, Nr. 6, S. 129f.) verabschiedet. Mit der Freiflächenöffnungsverordnung können bei den bundesweiten Solarausschreibungen unter Ausnutzung der sehr guten solaren Einstrahlungswerte in Baden-Württemberg auch Gebote auf Acker- und Grünlandflächen in sog. benachteiligen Gebieten (zum Stand 1986/1997) in Baden-Württemberg im Umfang von bis zu 100 MW pro Kalenderjahr bezuschlagt werden. Die maßgebliche benachteiligte Gebietskulisse macht in Baden-Württemberg knapp zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche (rund 900.000 ha) aus. Durch die Freiflächenöffnungsverordnung stehen damit in Baden-Württemberg zusätzliche Potenzialflächen für PV-Freiflächenanlagen zur Verfügung, wobei zu berücksichtigen ist, dass Solarparks als nicht privilegierte Vorhaben im Außenbereich in aller Regel einen Bebauungsplan erfordern.

Wegen der im Einzelfall zu berücksichtigenden rechtlichen, ökologischen, wirtschaftlichen, technischen und infrastrukturbedingten Belange ist eine vollständige Ausschöpfung des Potenzials nicht zu erwarten.
 
Die Angaben im Energieatlas beziehen sich auf die Nutzung zur Stromerzeugung (Photovoltaik).


Quelle:

Weiterlesen im Kapitel "Benachteiligte Gebiete"