Projektbeschreibungen

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Kreisgymnasium Riedlingen

Energieeinspar-Contracting für das Kreisgymnasium und die städtische Realschule Riedlingen

Interkommunales Energieeinspar-Contracting in Riedlingen mit dem Landkreis Biberach.
Projektträger Standort Contractor
Landkreis Biberach, Stadt Riedlingen Riedlingen
WISAG Energiemanagement GmbH & Co. KG
Frank Rotter, Vertriebsleiter
Zollhausstraße 95
90469 Nürnberg
frank.rotter@wisag.de
www.wisag.de

Dieses Projekt finden Sie auch auf Seite 25 der Broschüre:
Contracting im Energiebereich - Erfolgsbeispiele aus Baden-Württemberg (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (Hrsg.), 2015)

Bilder

Kenndaten

(alle Preisangaben netto)
Allgemeine Informationen  
Heizölverbrauch vorher 2.039 MWh/a Hi
Stromverbrauch vorher 357 MWh/a
Baseline 183.080 Euro/a
Garantierte Einsparung 138.937 Euro/a, entspricht 75,9 % Kosteneinsparung
Laufzeit 6 Jahre
Investition 1,46 Mio. Euro
Contracting-Rate 187.199 Euro/a
CO2-Einsparung ca. 600 t/a

Beschreibung

Motive und Ausgangssituation

Die Heizungsanlage im Kreisgymnasium Riedlingen war sanierungsbedürftig und sollte durch eine energie­effizientere Anlage ersetzt werden. Da die benachbarte städtische Realschule ein ähnliches Baujahr hat, nahm der Landkreis Biberach als Schulträger Kontakt mit der Stadt Riedlingen auf, um im Rahmen einer interkommunalen Zusammen­arbeit eine gemeinsame neue Heizanlage zu verwirklichen. Nach ersten Abstimmungsgesprächen zwischen den beiden Kommunen kam es zu einer grundsätzlichen Übereinstimmung, eine gemeinsame, über Con­tracting finanzierte Heizungsanlage auf den Weg zu bringen. Der Landkreis Biberach und die Stadt Riedlingen wurden dabei durch einen Projektentwickler unterstützt.

Projektablauf

Das ESC-Projekt wurde Ende 2009 europaweit ausgeschrieben. Nach Ermittlung des Bestbieters wurde im Mai 2010 der Vertrag zur Erstellung einer Feinanalyse mit der WISAG Energiemanagement GmbH & Co. KG geschlossen. Mit der Feinanalyse wurde die Grobanalyse bestätigt und im Oktober 2010 der Energiespar-Garantievertrag unterzeichnet. Die Zielvorgabe von Seiten des Auftraggebers war es, die beiden Schulen gemeinsam zu beheizen und auf fossile Brennstoffe weitgehend zu verzichten. Aus­schlaggebend für die Umsetzung als Energiespar-Contracting war insbesondere der Aspekt der vollum­fänglichen Instandhaltung der neuen Wärmeerzeugungsanlagen durch den Contractor und die garan­tierte Reduzierung der Energiekosten. Dies wird vom Auftraggeber auch nach wie vor als großer Vorteil des Contractings gegenüber der Sanierung einer technischen Anlage in Eigenregie gesehen.

Umsetzung und Projektergebnisse

Hauptmaßnahme ist der Neubau eines Heizhauses, von dem aus beide Schulen über ein gasmotorisches Blockheizkraftwerk (Grundlast) und eine Holzhackschnitzelheizung (Mittellast) beheizt werden. Für die Spitzenlast werden die beiden vorhandenen Ölheizkessel in der Heizzentrale des Gymnasiums ge­nutzt. Kreisgymnasium und städtische Realschule mitsamt den zugehörigen Sporthallen wurden hierfür über neue Nahwärmeleitungen wärmetechnisch miteinander verbunden. Die Bilanz der ersten Vertrags­jahre zeigt, dass die garantierte Einsparung im ersten Jahr noch knapp verfehlt, in den Folgejahren jedoch eingehalten wurde. Für die Verfehlung der Einspargarantie kam der Contractor auf, denn er trägt das Risiko für die Einhaltung. Insgesamt zeigt sich, dass der Auftraggeber durch steigende Brennstoffpreise mehr Energiekosten einspart als ursprünglich kalkuliert. Bei den Berechnungen der Contracting-Rate wurden dagegen über die Vertragslaufzeit gleichbleibende Referenzpreise gesetzt.