Projektbeschreibungen

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Bioenergiedorf Mauenheim

Bioenergiedorf Mauenheim

Die Abwärme aus der Biogasanlage wird über ein Nahwärmenetz für den Warmwasser- und Heizbedarf im Ort genutzt. Ergänzt wird die Anlage durch einen 1.000 m³ großen Wärmespeicher. Die Spitzenlastabdeckung im Winter erfolgt durch einen Hackschnitzelkessel. Die Wärme wird im Sommer zur Hackschnitzeltrocknung verwendet. Es ist eine flexible Strom- und Wärmeerzeugung mit Schwerpunkt im Winterhalbjahr.
Projektträger Projektstandort Kontakt
KCH Biogas GmbH Immendingen-Mauenheim
solarcomplex AG
Florian Armbruster
Ekkehardstraße 10
78224 Singen
Tel.: 07731 / 8274 - 0
armbruster@solarcomplex.de
www.bioenergiedorf-mauenheim.de

Bilder

Beschreibung

Besonderheiten

1. Bioenergiedorf in Baden-Württemberg (Strom seit 2005, Wärme seit 2006)

Ziel/Auslöser für das Projekt

Mit dem Bau einer Biogasanlage legten zwei Mauenheimer Landwirte den Grundstein zum Bioenergiedorf. Den beiden Landwirten war es wichtig, dass die entstehende Abwärme der Biogasanlage sinnvoll verwendet wird, so kam die Idee auf, sie über ein Nahwärmenetz für den Warmwasser- und Heizbedarf im Ort zu nutzen.

Projektbeschreibung

Mauenheim – ein Ort mit 400 Einwohnern – ist das erste Dorf in Baden-Württemberg, das sich vollständig aus regenerativen Energien versorgt. Neben den ökologischen Vorteilen hat dies auch einen hohen regionalwirtschaftlichen Wert. Die Energiekosten fließen nicht mehr ab, sondern bleiben als Kaufkraft vor Ort. Das Vorhaben wurde durch zwei ortsansässige Landwirte und die Firma solarcomplex mit finanzieller Unterstützung des Landes Baden-Württemberg realisiert. In einer Biogasanlage am Mauenheimer Ortsrand, werden jährlich rund 5,6 Mio. kWh Strom erzeugt, das entspricht etwa dem achtfachen des derzeitigen Strombedarfs. Gleichzeitig fällt dabei eine nutzbare Abwärme von rund 5 Mio. kWh an, die dazu beiträgt, nahezu den gesamten örtlichen Heizwärmebedarf zu decken. Die Abwärme wird dem Nahwärmeprojekt kostenlos zur Verfügung gestellt, im Gegenzug für die sinnvolle Verwendung der Abwärme erhalten die Betreiber den sog. KWK-Bonus (= Kraft-Wärme-Kopplung). Weil zudem ein Holzhackschnitzelheizwerk mit einer Heizleistung von 900 kW betrieben wird, ist es möglich, den gesamten örtlichen Wärmebedarf aus Bioenergie bereitzustellen. Durch ein Nahwärmenetz von insgesamt rund 4 km Länge sind der alte Dorfkern, ein bestehendes Neubaugebiet sowie ein neues Neubaugebiet an die Nahwärmeversorgung angeschlossen. Zusätzlich sind in Mauenheim Photovoltaikmodule mit einer Leistung von rund 800 kWp installiert. Insgesamt wird somit mehr als der Mauenheimer Strombedarf solar bereitgestellt. Zusammen mit dem Stromangebot aus der Biogasanlage wird etwa das Zehnfache des Strombedarfs abgedeckt.

Nutzen

  • CO2-Einsparung p.a. (in CO2-Äquivalenten): 4.000 t

Kosten

  • Gesamtkosten (ohne privat install. PV) ca. 3 Mio Euro (mit diversen Ergänzungen)
  • Gefördert durch das Förderprogramm "Energieholz" vom Land Baden-Württemberg mit 136.000 Euro

Auszeichnung:

  • 1. Bioenergiedorf Baden-Württemberg

Kenndaten

Ortsdaten  
Datenherkunft / Jahr des Datenbestandes solarcomplex / 2015
PLZ 78194
Ort Immendingen-Mauenheim
Regierungspräsidium Freiburg
Kreis Tuttlingen
in Betrieb ja
Einwohnerzahl 430
Haushalte k.A.
Gebäudezahl 100

 

Biogasanlage  
Betreiber KCH Biogas GmbH
installierte Leistung (el.) 780 kW = 250 kW + 530 kW
installierte Leistung (therm.) 600 kW = 200 kW + 400 kW
Jahresertrag Strom 5 - 6 Mio. kWh
Jahresertrag Wärme 3,5 Mio. kWh
eingesetzte Biomasse Mist, Energiepflanzen

 

Photovoltaik  
installierte Leistung (el.) 775 kW (2013; inkl. privat installierten Modulen)
Jahresertrag Strom 970 MWh

 

Hackschnitzelheizung  
installierte Leistung (therm.) 900 kW
Jahresertrag Wärme 100 - 1.000 MWh

 

Wärmenetz  
Anschluss 90 % (70 Gebäude)
Länge 4,0 km

 

Ausfallsicherung (Wärme)  
installierte Leistung (therm.) Hot mobil
Abwärmenutzung Trocknung von Hackschnitzeln, Soja, etc.