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Bioenergiedorf Grosselfingen

Bioenergiedorf Grosselfingen

In Grosselfingen wird ein erheblicher Teil des Strom- und Wärmebedarfs aus heimischen erneuerbaren Energien gedeckt. Die Abwärme von zwei Biogas-BHKWs wird in ein Nahwärmenetz eingespeist und im Ort verteilt. Für Spitzenlast und Notfälle ist ein mit Heizöl betriebener Kessel vor Ort.
Projektträger Projektstandort Kontakt
Bioenergie Grosselfingen GmbH (100 %ige Tochter der solarcomplex AG) Grosselfingen
Bioenergie Grosselfingen GmbH
Jörg Dürr-Pucher, Geschäftsführer
Ekkehardstraße 10
78224 Singen
Tel.: 07731 / 8274 - 0
duerr-pucher@solarcomplex.de
www.bioenergiedorf-grosselfingen.de

Beschreibung

Besonderheiten

Gemeinsam mit Lippertsreute zweites Bioenergiedorf nach Mauenheim in Baden-Württemberg.

Ziel/Auslöser für das Projekt

Kontakt durch Clean Energy GmbH zu Bürgermeister Franz Josef Möller und Landwirt Lothar Ott.

Projektbeschreibung

Knapp einen Kilometer vom Ortsrand entfernt betreiben vier Landwirte eine Biogasanlage, welche in zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) bei einer installierten elektrischen Leistung von zusammen ca. 540 kW rund 4,5 Mio. kWh Strom jährlich erzeugt. Das entspricht in etwa dem privaten Strombedarf von Grosselfingen. Es fällt eine nutzbare Abwärme von weiteren rund 4 Mio. kWh an. Das ist ein Heizöläquivalent von 400.000 l. Die Abwärme der BHKWs wird dem Nahwärmeprojekt kostenlos zur Verfügung gestellt. Im Gegenzug für die sinnvolle Verwendung der Abwärme erhält der Betreiber den sog. KWK-Bonus (Kraft-Wärme-Kopplung). Die Biogasanlage wird mit Mist und Gülle sowie Energiepflanzen (Mais, Grassilage u.a.) beschickt, welche regional angebaut werden.

Nutzen

  • CO2-Einsparung p.a. (in CO2-Äquivalenten): Durch das regenerative Wärmenetz werden jährlich rund 300.000 l Heizöl ersetzt, das entspricht einer CO2-Einsparung von ca. 900 t jährlich.
  • Kosteneinsparung: Für die Kunden mindestens 10 % gegenüber Öl, wegen vertraglicher Verpflichtung. Bei steigendem Ölpreis deutlich mehr.
  • Energiebilanz: Fast ausschließlich Abwärmenutzung (92 - 95 %) deshalb fast komplette Öleinsparung.

Kosten

  • Gesamtkosten ca. 3 Mio. Euro
  • Förderung durch KfW

Kenndaten

Ortsdaten  
Datenherkunft / Jahr des Datenbestandes solarcomplex / 2015
PLZ 72415
Ort Grosselfingen
Regierungspräsidium Tübingen
Kreis Zollernalbkreis
in Betrieb ja
Bemerkung 300 Einzelfeuerungsanlagen mit Biomasse
Einwohnerzahl 2.000
Haushalte 860
Gebäudezahl k.A.

 

Biogasanlage  
Betreiber Ebel, Ott und Ostertag GbR
installierte Leistung (el.) 2 BHKW, zusammen 540 kW
installierte Leistung (therm.) k.A.
Jahresertrag Strom 4.500 MWh
Jahresertrag Wärme 4.500 MWh
eingesetzte Biomasse Energiepflanzen, Mist, Gülle

 

Hackschnitzelheizung  
installierte Leistung (therm.) 500 kW
Jahresertrag Wärme 2.300 MWh

 

Wärmenetz  
Anschluss 110 Gebäude
Länge 6,0 km

 

Ausfallsicherung (Wärme)  
installierte Leistung (therm.) Ölkessel 900 kW (Bioöl),  Pufferspeicher 2 x 100 m³ Wasser