Netzausbauplanung Übertragungsnetz

Netzentwicklungsplan 2030, Version 2019

Wo, welche und wie viele Übertragungsnetze aus- und neugebaut werden, wird in einem zeitaufwändigen Planungsverfahren in mehreren Schritten unter Mitwirkung der Bevölkerung festgelegt. Das Ergebnis dieses Verfahrens ist der Netzentwicklungsplan, der die Optimierungs-, Verstärkungs- und Ausbaumaßnahmen der Übertragungsnetze für die nächsten 10 Jahre enthält und im zweijährigen Turnus fortgeschrieben wird. Der aktuelle Netzausbauplan basiert auf den Daten und Prognosen des Netzentwicklungsplans (NEP) Szenario B 2030. Am 10. Januar 2018 wurde ein neuer Szenariorahmen für die Jahre 2030 und 2035 durch die Netzbetreiber vorgelegt. Er beschreibt die wahrscheinliche Entwicklung der Stromerzeugungskapazitäten und des Stromverbrauchs und berücksichtigt ebenso Entwicklungen im Bereich Stromspeicherung. Die Bevölkerung konnte bis zum 21.02.2018 Stellung nehmen. Die Bundesnetzagentur hat nach Auswertung der Stellungnahmen den Szenariorahmen genehmigt. Das Resultat ist der Netzentwicklungsplan. Weitere Informationen zum laufenden Prozess sind bei der BNetzA zu finden.

Länderübergreifende Trassen werden in der sog. Bundesfachplanung durch die Bundesnetzagentur genehmigt. Für Projekte innerhalb Baden-Württembergs findet ein Raumordnungsverfahren mit anschließendem Planfeststellungsverfahren bei den Regierungspräsidien statt.

Um die Erzeugungsschwerpunkte regenerativer Energien im Norden und Nordosten mit den Stromverbrauchszentren im Süden Deutschlands zu verbinden, werden mehrere leistungsfähige Transitleitungen benötigt. Diese werden als Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetze (HGÜ) gebaut. Diese Technologie wird bisher bei der Anbindung von Windparks verwendet. Die Energieübertragung mittels Gleichstrom ist besonders bei großen Distanzen vorteilhaft, da dort die Übertragungsverluste deutlich geringer als bei vergleichbaren Wechselstromleitungen sind. Sie dienen insbesondere dem Abtransport des im Norden mit Windenergie erzeugten Stroms in den Süden, wodurch vor allem nach dem endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie die dortige Stromversorgung gesichert werden soll. Baden-Württemberg ist in zwei Leitungsvorhaben mit der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)-Technologie eingebunden. Die eine – Ultranet – führt von Osterrath (Nordrhein-Westfalen) nach Philippsburg. Die andere – SuedLink – geht von Brunsbüttel nach Großgartach.

Diese beiden Stromleitungen schaffen mit einer Leistung von insgesamt 4 Gigawatt (GW) die notwendigen Transportkapazitäten für den Strom aus dem Norden. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg.

Beim Netzentwicklungsplan folgen die Netzbetreiber dem sogenannten NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Verstärkung und Ausbau). Wird ein Netzausbau geplant, so müssen mögliche Umweltauswirkungen frühzeitig einbezogen werden. Der Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber mit dem Umweltbericht ist Grundlage für das Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG), das am 27. Juli 2013 in Kraft getreten ist. Die letzte Änderung fand am 26. Juli 2016 statt. Es umfasst 43 energiewirtschaftlich notwendige Leitungsbauvorhaben, 9 davon – zum Teil landesübergreifend – in Baden-Württemberg, die mit der Dreh- bzw. Wechselstromtechnologie umgesetzt werden.

Neben den Vorhaben Ultranet und SuedLink sind das:

  • Vorhaben 19: (Urberach - Pfungstadt -) Weinheim - Punkt G380 - Altlußheim - Daxlanden
  • Vorhaben 20: (Grafenrheinfeld -) Kupferzell - Großgartach
  • Vorhaben 21: Daxlanden - Kuppenheim - Bühl - Eichstetten
  • Vorhaben 24: Punkt Rommelsbach - Herbertingen
  • Vorhaben 25: Punkt Wullenstetten - Punkt Niederwangen
  • Vorhaben 35: Birkenfeld - Mast 115A (Ötisheim)
  • Vorhaben 40: Punkt Neuravensburg - Bundesgrenze (Österreich)

 

Quellen:

Weiterlesen im Kapitel "SuedLink"

 

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