Netzausbauplanung Übertragungsnetz

Netzentwicklungsplan 2035, Version 2021

Wo, welche und wie viele Übertragungsnetze aus- und neugebaut werden, wird in einem zeitaufwändigen Planungsverfahren in mehreren Schritten unter Mitwirkung der Bevölkerung festgelegt. Das Ergebnis dieses Verfahrens ist der Netzentwicklungsplan, der die Optimierungs-, Verstärkungs- und Ausbaumaßnahmen der Übertragungsnetze für die nächsten zehn Jahre enthält und im zweijährigen Turnus fortgeschrieben wird. Der aktuelle Netzausbauplan (Bundesbedarfsplan) basiert auf den Daten und Prognosen des Netzentwicklungsplans (NEP) 2035. Am 29. Januar 2021 haben die Netzbetreiber einen neuen Entwurf für den Szenariorahmen für die Jahre 2035 und 2040 vorgelegt. Er beschreibt die wahrscheinliche Entwicklung der Stromerzeugungskapazitäten und des Stromverbrauchs und berücksichtigt ebenso Entwicklungen im Bereich Stromspeicherung. Die Bevölkerung konnte bis zum 28.02.2021 Stellung nehmen. Die Bundesnetzagentur hat nach Auswertung der Stellungnahmen den Szenariorahmen genehmigt. Das Resultat ist der Netzentwicklungsplan. Weitere Informationen zum laufenden Prozess sind bei der BNetzA zu finden.

Länderübergreifende Trassen werden in der sog. Bundesfachplanung durch die Bundesnetzagentur genehmigt. Für Projekte innerhalb Baden-Württembergs findet ein Raumordnungsverfahren mit anschließendem Planfeststellungsverfahren bei den Regierungspräsidien statt.

Um die Erzeugungsschwerpunkte regenerativer Energien im Norden und Nordosten mit den Stromverbrauchszentren im Süden Deutschlands zu verbinden, werden mehrere leistungsfähige Transitleitungen benötigt. Diese werden als Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsnetze (HGÜ) gebaut. Diese Technologie wird bisher bei der Anbindung von Windparks verwendet. Die Energieübertragung mittels Gleichstrom ist besonders bei großen Distanzen vorteilhaft, da dort die Übertragungsverluste deutlich geringer als bei vergleichbaren Wechselstromleitungen sind. Sie dienen insbesondere dem Abtransport des im Norden mit Windenergie erzeugten Stroms in den Süden, wodurch vor allem nach dem endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie die dortige Stromversorgung gesichert werden soll. Baden-Württemberg ist in zwei Leitungsvorhaben mit der Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ)-Technologie eingebunden. Die eine – Ultranet – führt von Osterrath (Nordrhein-Westfalen) nach Philippsburg. Die andere – SuedLink – geht von Brunsbüttel nach Großgartach.

Diese beiden Stromleitungen schaffen mit einer Leistung von insgesamt 4 Gigawatt (GW) die notwendigen Transportkapazitäten für den Strom aus dem Norden. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in Baden-Württemberg.

Beim Netzentwicklungsplan folgen die Netzbetreiber dem sogenannten NOVA-Prinzip (Netz-Optimierung vor Verstärkung und Ausbau). Wird ein Netzausbau geplant, so müssen mögliche Umweltauswirkungen frühzeitig einbezogen werden. Der Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber mit dem Umweltbericht ist Grundlage für das Bundesbedarfsplangesetz (BBPlG), das am 27. Juli 2013 in Kraft getreten ist. Die letzte Änderung fand am 25. Februar 2021 statt. Es umfasst 78 energiewirtschaftlich notwendige Leitungsbauvorhaben, 9 davon – zum Teil landesübergreifend – in Baden-Württemberg, die mit der Dreh- bzw. Wechselstromtechnologie umgesetzt werden.

Neben den Vorhaben Ultranet (Vorhaben 2) und SuedLink (Vorhaben 3) sind das:

  • Vorhaben 19: (Urberach - Pfungstadt -) Weinheim - Punkt G380 - Altlußheim - Daxlanden
  • Vorhaben 20: (Grafenrheinfeld -) Kupferzell - Großgartach
  • Vorhaben 21: Daxlanden - Kuppenheim - Bühl - Eichstetten
  • Vorhaben 24: Punkt Rommelsbach - Herbertingen
  • Vorhaben 25: Punkt Wullenstetten - Punkt Niederwangen
  • Vorhaben 35: Birkenfeld - Mast 115A (Ötisheim)
  • Vorhaben 40: Punkt Neuravensburg - Bundesgrenze (Österreich)
  • Vorhaben 68: Höpfingen - Hüffenhardt
  • Vorhaben 72: Eichstetten - Bundesgrenze (FR)

 

Quellen:

Weiterlesen im Kapitel "SuedLink"

 

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