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Speicher7 Mannheim

Speicher7 in Mannheim

Umnutzung eines Notgetreidespeichers zur Gewerbeimmobilie mit Büroräumen, Hotel und Gastronomie.
Projektträger Projektstandort Kontakt
Rhein-Kai-Speicher GmbH & Co. KG Mannheim
Schmucker und Partner Planungsgesellschaft mbH
Speicher7
Rheinvorlandstraße 7
68159 Mannheim
www.schmucker-partner.de

Bilder

Beschreibung

Ziel/Auslöser für das Projekt

Ihrem Slogan "Stadt an zwei Flüssen" konnte Mannheim aufgrund der industriellen Nutzung des Hafens bisher nur bedingt gerecht werden.
Das Nutzungskonzept und die zu erwartende energetische und architektonische Qualität der Planungen überzeugten den Eigentümer, die Hafengesellschaft Mannheim, und so entstand ein bisher einmaliger kultureller "Brückenkopf" der Innenstadt im Hafen.

Projektbeschreibung

Revitalisierung und Umnutzung eines alten Getreidespeichers aus den 1950er Jahren am Mannheimer Hafen zur Gewerbeimmobilie mit Büroräumen, Hotel und Gastronomie.

Der ehemalige Notgetreidespeicher blieb nach Ende des Kalten Krieges ohne Nutzung und stand seit den frühen 1980er Jahren leer. Das Gebäude befindet sich in direkter Rheinuferlage zwischen Waldpark und Containerhafen an der Hauptanlegestelle der Flusskreuzfahrtschiffe, an der etwa 75.000 Touristen pro Jahr von Bord gehen.

Das Gebäude ist eine Wegmarke am Kreuzungspunkt zwischen den Hauptein- und Ausfallstraßen zur Pfalz auf der einen und der Zufahrt zum ICE-Knotenpunkt Mannheim-Hauptbahnhof auf der anderen Seite.

Die Revitalisierung durch das Planungsbüro Schmucker und Partner umfasst eine umfangreiche energetische Sanierung bei gleichzeitig größtmöglichem Erhalt des industriellen Charakters. So wurde die raumprägende Bestandsstruktur ebenso erhalten, wie die Mehrzahl an Originaloberflächen. Die für die veränderte Nutzung notwendigen Einbauten stehen sauber ablesbar als Addition zum Bestand und dessen einzigartigen Raumgeometrien.

Als Material für die Gebäudehülle fiel die Wahl auf Cor-Ten-Stahl. Die mit 18 cm Wärmedämmung versehene hinterlüftete Fassade erfüllt sowohl die Erfordernisse an den Klimaschutz als auch den Wunsch, den Speicher weiterhin in seine Hafenumgebung einzufügen. Die Fenster sind dreifach isolierverglast und mit außenliegendem Sonnenschutz ausgestattet.

Es wurden zwei 15 m tiefe Brunnen gebohrt, die bis zu 50 m³ Wasser pro Stunde fördern. Das Wasser hat im Gegensatz zum nahen Rhein ganzjährig etwa 12 °C. Im Sommer kann daher mit freier Kühlung gearbeitet werden, zum Heizen gibt es eine Wärmepumpe. Deren Strombedarf wird zum Teil von der fassadenintegrierten Photovoltaik gedeckt; sie liegt vor den fensterlosen Silos und arbeitet dank Südausrichtung, Reflexion über das Wasser und mangels jedweder Verschattung über dem Soll des Herstellers.

Nutzen

Nichts ist ressourcenfressender als Abriss und Neubau. Auch bei einem deutlich verschobenen Nutzungsprofil lohnt ein Nachdenken über die Weiterverwendung einer scheinbar ungeeigneten Immobilie.

Kosten

  • Investition: 8,1 Mio. Netto
  • Förderung: Das Energiekonzept mit Wärmepumpe wurde mit 40.000 Euro durch die Klimaschutzagentur Mannheim bezuschusst
  • Das Gebäude steht im Mannheimer Hafen und ist somit Eigentum des Landes Baden-Württemberg. Der Investor hat es für 30 Jahre plus 30 Jahre Option gepachtet.

Hinweise für Nachahmer

Der Speicher7 zeigt, dass sich ambitionierte Nachhaltigkeitsziele und die Bewahrung historischer Architektur und industriellem Erbe nicht ausschließen müssen.

Auszeichnung

  • 2013 Umweltpreis der Stadt Mannheim
  • 2013 Auszeichnung Beispielhaftes Bauen Mannheim durch die Architektenkammer BW
  • 2014 Auszeichnung guter Bauten verliehen durch den BDA Baden-Württemberg
  • 2014 Baukulturpreis der Stadt Mannheim
  • 2013 European Hotel Design Award

Kenndaten

Allgemeine Informationen  
Inbetriebnahme 2013
Wärmepumpen-Heizleistung 240 kWth
Wärmepumpen-Kühlleistung 300 kW
Anschlussleistung Wärmepumpe k.A.
Anschlussleistung Objekt gesamt 88,4 kWel

 

Weitere Angaben  
Baujahr Gebäude 1957
Inbetriebnahme Umbau 2013
Nutzfläche 6.000 m²
Jahresstrombedarf 240.000 kWh
Wärmebedarf des Objekt k.A.
Brennstoff Strom, monoenergetisch
Wärmequelle Heizung/Kühlung Brunnenwasser
Jahresbetriebsstunden Wärmepumpe 1 1.679 Stunden/Jahr
Jahresbetriebsstunden Wärmepumpe 2 1.378 Stunden/Jahr
Jahresarbeitszahl k.A.
Jahreswärmeproduktion k.A.
Jahreskälteproduktion k.A.
Photovoltaikanlage Generatorleistung k.A.
Photovoltaikanlage Jahresstromproduktion 50.000 kWh
Photovoltaikanlage Eigennutzung 40.000 kWh
Photovoltaikanlage Anteil Eigennutzung 17 %

 

Bildnachweis: Csaba Deli/123rf.com - außer: ggf. Projektbilder s. Kontakt