Bestand

Ende 2014 waren in Baden-Württemberg ca. 400 Windenergieanlagen in Betrieb, die zusammen etwa 1 % des Bruttostromverbrauchs abdeckten. Nach eher bescheidenen Zuwächsen in den vergangenen Jahren zeichnen sich für 2015 und 2016 starke Zuwachsraten ab. Im September 2015 befanden sich landesweit über 120 Windenergieanlagen im Bau. Aktuelle Informationen zum Ausbau der Windenergie im Land sind beim Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg verfügbar.

Dem Windatlas Baden-Württemberg ist zu entnehmen, dass sich die bestehenden Windenergieanlagen bis auf wenige Ausnahmen außerhalb der Flächen mit 80 % Referenzertrag (< 6,0 m/s) befinden, die meisten in den 60 % Referenzertragsflächen (ca. 5,3 - 6,0 m/s), viele allerdings auch ganz außerhalb dieser Flächen.

Geht man von heute (Stand 2015) gebräuchlichen Binnenlandanlagen mit einer Nabenhöhe von ca. 140 m aus, ist bei guten Windverhältnissen (Referenzertrag 80 %, ab ca. 6 m/s) und optimaler Positionierung ein Jahresertrag von 3 - 3,5 GWh pro MW installierter Leistung erzielbar. So wäre durch optimierte Standortwahl und das sog. "Repowering" bestehender Windenergieanlagen mit moderner Technik bereits mit der heutigen Anzahl von Anlagen ein bis zu dreifach höherer Stromertrag zu erreichen. Es wird so deutlich, dass der Ausbau der Windenergie zukünftig wesentlich gezielter auf geeignete Standorte konzentriert werden sollte.

Die bestehenden Anlagen verteilen sich – entsprechend der Windhöffigkeit – im Wesentlichen auf den Nordosten des Landes, wo großflächig geeignete Flächen vorhanden sind, die einen weiteren Zubau zulassen. Dazu zählen die östliche Schwäbische Alb, wo das bestehende Potenzial bereits vielerorts genutzt wird, sowie weiter verstreute Flächen im Schwarzwald und den angrenzenden Gäulandschaften.


    Karte mit Anlagenstandorten

Abbildung: Anlagenstandorte

Quellen:

Weiterlesen im Kapitel "Potenzialanalyse"