Potenzialanalyse

Die Potenzialflächen geben das technische Potenzial für die Photovoltaiknutzung für jede Dachfläche wieder.

Dachstruktur

Bei der Erfassung der Dachstruktur ist die Auflösung der Laserscandaten entscheidend. Die Auflösung wird in Messpunkten pro Quadratmeter angegeben. Hochauflösende Laserscandaten haben 4 Messpunkte pro m². In dieser Auflösung lassen sich Aufbauten (z. B. Gauben und Schornsteine) sehr gut erfassen und die Dachbereiche, die von einer Verschattung betroffen sind, können gut dargestellt werden. Mit abnehmender Datenauflösung können über Dachaufbauten und daraus resultierende Verschattung immer weniger zuverlässige Angaben gemacht werden. Allerdings sind nicht für alle Regionen hochauflösende Laserscandaten vorhanden.

Der Neigungswinkel des Daches und die Ausrichtung nach der Himmelsrichtung sind entscheidend für den Ertrag einer Photovoltaikanlage. Eine optimal aufgestellte Anlage hat eine Ausrichtung nach Süden mit einem Neigungswinkel von 30 - 40° (je nach Region). Abweichungen von der optimalen Aufstellung sind mit Ertragseinbußen verbunden.

Auf einem Flachdach werden die Photovoltaikmodule üblicherweise aufgeständert und nach Süden ausgerichtet. Dadurch kann aber nicht die gesamte Fläche eines Flachdaches genutzt werden, weil es durch die Aufständerung sonst zur Verschattung der Module untereinander kommen würde. Die Module werden "auf Lücke" gebaut, wodurch nur ein Drittel bis zur Hälfte der Fläche nutzbar ist.

Aufbauten auf dem Dach verringern die Fläche, die für eine Photovoltaikanlage zur Verfügung steht. Des Weiteren können Aufbauten, Schornsteine und Antennen die Photovoltaikmodule verschatten und zu Ertragseinbußen führen.

Zu einer Verschattung kommt es nicht nur durch Objekte auf dem Dach, sondern auch durch benachbarte Gebäude und Vegetation. Der Schattenwurf verändert sich über den Tag und über den Jahresverlauf. In einer Einstrahlungsberechnung über ein gesamtes Jahr ist der Schattenwurf meist schon berücksichtigt, da eine Berechnung für mehrere Zeitpunkte am Tag und über das Jahr hinweg erfolgt. Durch eine vielseitige Dachstruktur und den dadurch verursachten Schattenwurf wird oft nicht die gesamte Fläche eines Daches, die als geeignet in einem Solardachkataster klassifiziert wurde, genutzt. Dadurch reduziert sich die Potenzialfläche, deren Nutzung technisch möglich wäre.

Die Eindeckung und Statik eines Daches können die Installation von Photovoltaikmodulen beeinflussen (beispielsweise im Hinblick auf Schnee- und Windlasten). In einem Solardachkataster kann darüber keine Auskunft gegeben werden. Hier ist eine fachliche Beurteilung vor Ort nötig.

Gebäudestruktur

Die Art der Gebäudenutzung hat einen Einfluss auf die Ausschöpfung des technischen Dachflächenpotenzials. So ist zum Beispiel bei Gewerbe- und Industriegebäuden der Anteil von Flachdächern hoch, was eine Aufständerung der Module notwendig macht. Dadurch wird die potenziell nutzbare Fläche verkleinert. Im Energieatlas wird differenziert in

  • Wohngebäude
  • Gebäude für Industrie- und Gewerbe
  • Öffentliche Gebäude
  • Sonstige Gebäude

Weiterlesen im Kapitel "Daten- und Berechnungsgrundlagen"