Energieerzeugung aus Biomasse

Strom- und Wärmeerzeugung aus festen biogenen Brennstoffen

Feste biogene Brennstoffe verbrennen CO2-neutral. Bei dem am meisten eingesetzten Brennstoff Holz wird bei der Verbrennung nur diejenige Menge CO2 an die Umwelt abgegeben, die ihr in den Wachstumsjahren des Holzes entnommen wurde. Hierdurch werden fossile Energieträger eingespart.

Im Jahr 2014 betrug der Anteil fester biogener Brennstoffe am Endenergieverbrauch bei der Wärmeerzeugung in Baden-Württemberg 8,2 %. Hiervon entfielen 4,7 % auf traditionelle Anlagen wie Kaminöfen, Kachelöfen, Kamine, Beistellherde und sonstige Einzelfeuerstätten und 3,5 % auf moderne Anlagen wie Zentralheizungsanlagen, Heizwerke oder Heizkraftwerke. Als Brennstoffe kommen hierbei hauptsächlich Scheitholz, Hackschnitzel und Pellets sowie Industrie-Restholz zum Einsatz. Der Anteil fester biogener Brennstoffe am Endenergieverbrauch bei der Stromerzeugung lag 2014 bei 1,9 %.

Bei den Anlagen, in denen feste biogene Brennstoffe eingesetzt werden, handelt es sich um Heizwerke oder Heizkraftwerke. In Heizwerken wird der eingesetzte Brennstoff ausschließlich zur Wärmeerzeugung verwendet. Die erzeugte Wärme wird in der Regel über Nah- oder Fernwärmenetze an die Verbraucher verteilt. In Heizkraftwerken wird zusätzlich zur Wärme auch elektrischer Strom erzeugt. Die gleichzeitige Bereitstellung von Wärme und Strom (Kraft-Wärme-Kopplung) führt zu einer deutlich besseren Ausnutzung der Brennstoffe. Ein Heizkraftwerk kann aber auch Anlagenteile umfassen, in denen nur elektrische Energie (z.B. aus einer Kondensationsturbine) oder nur Wärme (z.B. aus einem Heizkessel) ungekoppelt bereitgestellt wird. Einige Anlagen setzen auch Restholz aus der Produktion oder Althölzer ein, die als Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung anerkannt sind.

Strom und Wärmeerzeugung aus Biogas

Biogas steht für alle Gase, die durch Vergärung aus Biomasse entstehen und die energetisch verwertbar sind. Im Wesentlichen wird Klär- und Deponiegas sowie das Produkt aus Biogasanlagen (Biogas) für die Verbrennung in Blockheizkraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung eingesetzt.

Im Jahr 2014 trugen die Biogasanlagen in Baden-Württemberg mit 3,6 % zur Brutto-Stromerzeugung bei. Der Anteil des Klärgases an der Bruttostromerzeugung betrug 0,3 %.

Biogasanlagen stellen neben den Wasserkraftanlagen einen wichtigen Ausgleich zu der nicht regelbaren  Stromerzeugung aus Sonne und Wind dar. Biogas liefert die für einen stabilen Stromnetzbetrieb wichtigen Systemdienstleistungen (Regel- und Ausgleichsenergie).

Energieeffizienz von Biogasanlagen

Ein Teil der erzeugten Wärme wird für den Eigenbedarf zur Beheizung der Fermenter benötigt. Für eine möglichst hohe Energieeffizienz der Biogasanlagen ist neben einer effektiven Stromerzeugung eine Nutzung der Überschusswärme von mindestens 50 % anzustreben. In Baden-Württemberg gibt es viele gute Beispiele für effiziente Biogasanlagen. Häufig werden in Bioenergiedörfern Biogasanlagen betrieben, deren Überschusswärme in Nahwärmenetze eingespeist wird. Die Bioenergiedörfer finden Sie im Energieatlas im Thema Praxisbeispiele.


Quelle:

Weiterlesen im Kapitel "Biogas- und Biomethaneinspeiseanlagen"