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Restmüllheizkraftwerk Böblingen

Restmüllheizkraftwerk Böblingen (RMHKW) mit integriertem Biomasseheizkraftwerk (BMHKW)

Restmüll- und Biomasse-Heizkraftwerk mit Wärmeauskopplung.
Projektträger Projektstandort Kontakt
Zweckverband RBB Restmüllheizkraftwerk Böblingen Böblingen
Medienbüro Claudia Bauernfeind
In den Kreben 14/1
71157 Hildrizhausen
claudia.bauernfeind@rbb.info
www.rbb.info

Bilder

Beschreibung

Ziel/Auslöser für das Projekt

  • Verbot der Verfüllung von Deponien.
  • Seit dem 1. Juni 2005 dürfen Siedlungsabfälle nicht mehr unbehandelt deponiert werden.

Projektbeschreibung

Schon vor der Verfüllung der letzten Hausmülldeponie begann 1999 die Müllverbrennung im Restmüllheizkraftwerk RMHKW Böblingen. Die Strom- und Wärmegewinnung erfolgt über die Erzeugung von Dampf, der durch Kondensation eine Turbine antreibt.
In die Anlage integriert wurde 2008 ein Biomasseheizkraftwerk, in dem jährlich 20.000 t Häckselfeinholz von den kommunalen Häckselplätzen energetisch verwertet werden. Die Fernwärme wird an die Städte Böblingen und Sindelfingen abgegeben.

Ursprünglich ausgelegt war das mit zwei Verbrennungslinien versehene Restmüllheizkraftwerk auf eine Verbrennungskapazität von 140.000 t/a. Tatsächlich werden aufgrund von technischen Optimierungen und die dadurch gesteigerte Leistungsfähigkeit der Anlage jährlich rund 160.000 t Müll verbrannt. Das erhöht die Wirtschaftlichkeit und verbessert die Ökobilanz. Für die Umweltfreundlichkeit des Restmüllheizkraftwerks steht nicht nur die optimale Energienutzung, sondern vor allem ein hoch modernes fünfstufiges Abgasreinigungssystem, das fast die Hälfte des Baukörpers einnimmt. Einschließlich aller Vorlaufkosten kostete das Restmüllheizkraftwerk etwa 179 Mio. Euro. Rund zwei Drittel davon entfielen auf den Bereich der Abluftreinigung.

Das Restmüllheizkraftwerk Böblingen ist ökologisch wie ökonomisch eine rundum sinnvolle Lösung für alle Beteiligten. Sowohl im Hinblick auf die Technik der Rostfeuerung wie auch bei der kreisüberschreitenden Zusammenarbeit und den Umweltinvestitionen wurden die richtigen Entscheidungen gefällt und die für den Gebührenzahler günstigste Form der Abfallentsorgung verwirklicht. Eine leistungsstarke Verbrennung, saubere Abluft sowie eine sinnvolle Nutzung der gewonnenen Energie dafür steht das Restmüllheizkraftwerk. Optimierung der Technik und Verbesserung der Ablaufprozesse: für das engagierte Mitarbeiterteam eine Daueraufgabe, um immer auf dem technisch neuesten Stand zu sein und das Beste aus der Anlage herauszuholen. Dadurch kann eine Steigerung der Energieeffizienz erreicht und die Wirtschaftlichkeit erhöht werden. Davon profitieren die Menschen und Betriebe im Gebiet des Zweckverbands und die Umwelt.

Das Biomasseheizkraftwerk (BMHKW)
Die umweltfreundliche High-Tech-Anlage Restmüllheizkraftwerk Böblingen wurde im Herbst 2008 um einen innovativen Baustein erweitert: das Biomasseheizkraftwerk ging in Betrieb und damit deutschlandweit die erste großtechnische Anlage, in der Strom und Wärme aus Häckselfeinmaterial erzeugt wird. In bis dahin ungenutzte, ehemals für die Klärschlammbehandlung vorgesehene Anlagenflächen wurde das Biomasseheizkraftwerk eingebaut. Es gilt als "Sahnehäubchen" obendrauf, ergänzt es doch unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur das Anlagenprofil des Restmüllheizkraftwerks in optimaler Weise und steigert die regenerative Energiegewinnung.

Credo ist es, in Zukunftstechnologien zu investieren und auf erneuerbare Energien mit entsprechenden wirtschaftlichen Vorteilen zu setzen und dabei etwas für den Umweltschutz im örtlichen Umfeld zu tun – das Biomasseheizkraftwerk mit seinem ausgeklügelten Kraftwerk ist hierbei ein wichtiger Baustein und macht das Restmüllheizkraftwerk um eine umweltschonende Facette reicher.

Die Investitionskosten für den Bau des Biomasseheizkraftwerks belaufen sich auf rd. 8 Mio. Euro. Dem gegenüber aber stehen jährliche Erträge durch die Strom- und Fernwärmeabgabe, welche die Investition in jedem Fall wirtschaftlich macht. Mit dem Biomasseheizkraftwerk am Standort Restmüllheizkraftwerk Böblingen entstand eine ökonomisch wie ökologisch betrachtet wertvolle Einheit, die ihresgleichen sucht.

Kosten

  • Investition Restmüllheizkraftwerk 1999: 179 Mio. Euro
  • Investition Biomasseheizkraftwerk 2008: 8 Mio. Euro

Kenndaten

Allgemeine Informationen  
Straße Musberger Sträßle 11
PLZ 71032
Ort Böblingen
Umsetzung Restmüllverbrennung 1999
Inbetriebnahme Biomasseanlage 2008
Leistung (therm.) RMHKW 35.000 kW
Leistung (therm.) Biomasse-HKW 4.000 kW
Leistung (therm.) gesamt 39.000 kW
Feuerungswärmeleistung RMHKW 50.000 kW
Feuerungswärmeleistung BMHKW 6.000 kW
Feuerungswärmeleistung gesamt 61.000 kW
Leistung (el.) RMHKW 12.900 kW
Leistung (el.) BMHKW 500 kW
Leistung (el.) gesamt 13.500 kW
Fernwärmeerzeugung (2014) RMHKW 179.730.054 kWh
Fernwärmeerzeugung (2014) BMHKW 18.138.114 kWh
Fernwärmeerzeugung (2014) gesamt 197.868.168 kWh
Stromabgabemenge an öffentl. Netze (2014) RMHKW 32.205.561 kWh
Stromabgabemenge an öffentl. Netze (2014) BMHKW 2.958.743 kWh
Stromabgabemenge an öffentl. Netze (2014) gesamt 35.164.304 kWh
Brennstoffart RMHKW Abfälle zur Verwertung
Brennstoffart BMHKW Holz (Siebfeinmaterial)
Brennstoffeinsatz RMHKW 2 x ca. 10 t/h
Brennstoffeinsatz BMHKW ca. 2 t/h
Jahresbetriebsstunden RMHKW ca. 8.000 h/a
Jahresbetriebsstunden BMHKW > 6.500 h/a
CO2-Vermeidung (2014) RMHKW 24.503 t CO2equ/a
CO2-Vermeidung (2014) BMHKW 7.368 t CO2equ/a
CO2-Vermeidung (2014) gesamt 31.771 t CO2equ/a
Substitution Heizöl (2014) RMHKW 7.746.974 l
Substitution Heizöl (2014) BMHKW 2.339.037 l
Substitution Heizöl (2014) gesamt 10.086.011 l