Projektbeschreibungen

Zurück

Nahwärme Protec - Biogas-BHKW

Nahwärme Protec – Biogas-BHKW-Verlegung und Abwärmenutzung im Nahwärmevebund

Biogas-BHKW-Verlegung und Modul-Erweiterung zur Einspeisung von Abwärme in die bestehende Nahwärmeversorgung des Zweckverbandes Protec Orsingen.
Projektträger Projektstandort Kontakt
Feucht Agrogas GmbH, Zweckverband Protec Orsingen Orsingen-Nenzingen
Energieagentur Kreis Konstanz gGmbH
Fritz-Reichle-Ring 6a
78315 Radolfzell
Tel.: 07732 / 939 - 1234
info@energieagentur-kreis-konstanz.de
www.energieagentur-kreis-konstanz.de/industrie-gewerbe

Bilder

Beschreibung

Ziel/Auslöser für das Projekt

Durch Einstellung der Tierkörperverwertung am Standort Orsingen-Nenzingen fiel die bis dahin genutzte Abwärme für das Nahwärmenetz weg. Das neue Projekt mit Verlegung und Erweiterung einer BHKW-Anlage basiert auf einer Untersuchung durch die Energieagentur Kreis Konstanz.

Projektbeschreibung

Die örtliche Tierkörperverwertungsanlage, die seit 15 Jahren Abwärme für ein Nahwärmenetz mit 140 privaten, kommunalen und gewerblichen Abnehmern bereitstellte, wurde nach Fusion zweier Zweckverbände aufgrund geringer Nachfrage aufgegeben.

Das Nahwärmenetz inkl. 550 m³ Pufferspeicher sollte nach der Betriebsaufgabe weiter betrieben werden. Zur Option stand die Wärmeerzeugung aus Erdgas bei Nutzung der vorhandenen Spitzenlastkessel. Die Prüfung der Nutzungsmöglichkeit erneuerbarer Energieträger durch die Energieagentur Kreis Konstanz führte zu einer wirtschaftlichen Lösung mit einer in der Nähe liegenden Biogasanlage. Bei der dortigen Stromerzeugung mittels BHKW wurde der überwiegende Anteil der Abwärme ungenutzt in die Umwelt abgegeben. Nach Verlegung eines BHKW-Moduls in die Wärmezentrale der ehemaligen Tierkörperverwertungsanlage und Erweiterung um ein weiteres Modul wird das Biogas nun dort in zwei Motoren verstromt und die Abwärme genutzt.

Der Biogastransport erfolgt durch eine ca. 1,8 km lange Biogasleitung. Das ist effizienter und somit wirtschaftlicher als der entsprechende Wärmetransport durch eine Wärmeleitung.

Anstatt aus fossilem Erdgas erfolgt die Wärmeproduktion für das Nahwärmenetz seit Mitte 2014 zu rund 80 % aus der Abwärme der Biogas-BHKW, den Rest deckt ein Gas-Spitzenlastkessel. Die bislang ungenutzt abgegebene Abwärme von rund 4.000 MWh jährlich wird komplett in das Nahwärmenetz eingespeist. Neben der Beheizung rund 140 privater, kommunaler und gewerblicher Gebäude dient die Abwärme der beiden BHKW in den Frühsommer- und Sommermonaten zur Erwärmung des kommunalen Schwimmbades. Durch diese sinnvolle Kombination wird eine optimale Auslastung der BHKW erreicht, die nun rund 80 % der nachgefragten Nahwärme erzeugen.

Nutzen

  • CO2-Einsparung p.a.: ca. 978 t
  • Energieeinsparung p.a.: 3.960 MWh durch vermiedenen Erdgasbezug

Hinweise für Nachahmer

Nachweis der Wirtschaftlichkeit auf Grund geänderter EEG-Regelungen schwieriger.

Kenndaten

Allgemeine Informationen  
Umsetzung des Projekts 2014
Wiederinbetriebnahme nach Umzug 7/2014
Inbetriebnahme Zusatz-Modul 2014
Leistung (el.) 600 kW, davon 300 kW Erweiterung
Leistung (therm.) 725,4 kW
davon ab 2014 genutzte therm. Leistung 725,4 kW

 

Weitere Angaben  
Investition 900.000 Euro
Baujahr 2014
Jahreswärmebedarf 4.940.000 kWh
Brennstoff Biogas (80 %), Erdgas (20 %)
Jahresvolllaststunden 5.460 h
Jahreswärmeproduktion 3.960.000 kWh
Jahresstromproduktion 3.275.500 kWh
Jahresbrennstoffeinsatz Biogas 8.600.000 kWh
Nahwärmenetzlänge 3.450 m
Wärmespeicher 550 m³