Projektbeschreibungen

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Kraftwerk Wiehre

Kraftwerk Wiehre – Strom und Wärme vor Ort

Kerngebiet der Ende 2014 abgeschlossenen Modell-Stadtteilkampagne mit dreistufigem Förderprogramm war der Stadtteil Wiehre in Freiburg.
Projektträger Projektstandort Kontakt
Stadt Freiburg, Umweltschutzamt Freiburg im Breisgau-Wiehre
Stadt Freiburg, Umweltschutzamt
Rouven Kraft
Talstraße 4
79102 Freiburg im Breisgau
Tel.: 0761 / 201 - 6101
Rouven.Kraft@stadt.freiburg.de
www.freiburg.de/umweltschutz

Bilder

Beschreibung

Ziel/Auslöser für das Projekt

  • Impulse aus dem Kreis der bürgerschaftlichen Akteure im Klimaschutz in Freiburg.
  • Verschiedene Studien und Vorarbeiten u.a. eine von der Stadt Freiburg beauftragte Hemmnisanalyse bezüglich des KWK-Ausbaupotenzials und dessen Realisierung.
  • Gemeinderatsbeschlüsse zur Steigerung der Energieeffizienz und zur Förderung der Aufmerksamkeit und Akzeptanz gegenüber KWK in der Bürgerschaft.

Projektbeschreibung

Der Einsatz von BHKW in Mehrfamilienhäusern ist aufgrund der organisatorisch und rechtlich zu beachtenden Aspekte komplex und für Wohnungs- bzw. Hauseigentümer umständlich und aufwändig. Hemmnisse für den Einsatz von BHKW sind einerseits der generelle Informationsmangel bei Gebäude- und Wohnungsbesitzern, andererseits Defizite bei wichtigen Akteuren und schlussendlich die vermeintlich höheren Investitionskosten im Vergleich zu anderen Technologien. Dadurch wird die breite Erschließung des wirtschaftlichen Potenzials von BHKWs verhindert beziehungsweise stark beeinträchtigt.

Oberstes Projektziel des Ende 2014 abgeschlossenen Projekts "Kraftwerk Wiehre" war es, den Einsatz von BHKW im städtischen Gebäudebestand voranzubringen und über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von BHKW aufzuklären. Besonderes Augenmerk wurde darauf gelegt, die typischen Hemmnisse mit Beratung, Information und Initialförderung zu überwinden. Hierzu wurde eine Modell-Stadtteilkampagne mit Fokus auf den Stadtteil Wiehre konzipiert, durchgeführt und mit einem dreistufigen Förderangebot ergänzt, das aus aufeinander aufbauenden Instrumenten bestand:

  • Vor-Ort-Checks (als niederschwellige Einstiegsberatung),
  • Förderung von Energiekonzepten (detaillierte ökonomische und ökologische Untersuchung) und
  • Förderung von Modellprojekten (Förderung von Mehrkosten für Planung und rechtliche Beratung).

Ergänzt wurde das 22-monatige Förderprogramm durch Informations- und Beratungsangebote, beispielsweise zielgruppenspezifische Informationsveranstaltungen, BHKW-Führungen, Informationsbroschüren und eine eigene Web-Präsenz.

Kernziel war, Gebäudeeigentümer zur Durchführung von Energieeffizienz-Maßnahmen zu motivieren indem objektspezifisch beste Lösungen, technologieoffen aber mit Fokus auf die wirtschaftliche Realisierbarkeit von Kraft-Wärme-Kopplung, dargestellt wurden.

In den Beratungen und den Förderangeboten wurden BHKWs als eine der möglichen Objektversorgungsvarianten betrachtet. Es fand keine investive Förderung statt, vielmehr wurden Anreize geschaffen, BHKW als innovative Versorgungslösung in die Überlegungen einer energetischen Sanierung miteinzubeziehen und damit die Realisierung von KWK-Anlagen zu initiieren.

Im Ergebnis lieferte das Pilotprojekt "Kraftwerk Wiehre" wichtige Erkenntnisse zur Übertragbarkeit auf andere Stadtteile hinsichtlich Methodik, Zielgerichtetheit und Reproduzierbarkeit. Aus diesem Grund ist die Weiterführung im Rahmen einer stadtweiten Kampagne für 2015 geplant.

Nutzen

  • Abbau von Informationsdefiziten
  • Basis für Motivationskampagnen
  • Steigerung der Energieeffizienz

Kosten

Rund 300.000 Euro, davon etwa 100.000 Euro für Förderprogramm

Hinweise für Nachahmer

  • Es sollte ein interdisziplinäres Team aufgestellt werden, dass sich auszeichnet durch:
    - Kompetenzen in allen notwendigen Bereichen
    - Motivation und Ressourcen in der Verwaltung
    - Kontakte/Verankerung im Quartier
    - Übereinstimmung in den Zielsetzungen
    - Flexibilität bei der Bearbeitung
  • Alle wichtigen Akteure (Versorger, Handwerker, Bürgervereine, etc.) sollten in der Konzeptionsphase eingebunden sein
  • In der Umsetzung sollte im besten Fall eine Betreuung der Umsetzungswilligen vom Konzept bis zum 1. Betriebsjahr angeboten werden (ggf. mit Förderung)