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Georg Fischer Automobilguss GmbH und Nestle Deutschland AG Maggi Singen

Betriebs- und branchenübergreifende Nutzung von Prozessabwärme

Die Abwärme des Kupolofens der Firma Georg Fischer Automobilguss GmbH wird durch die Auskopplung der Abwärme zur Dampferzeugung im benachbarten Maggi-Werk des Nahrungsmittelherstellers Nestlé Deutschland AG ganzjährig und vollständig genutzt.
Projektträger Projektstandort Kontakt
Georg Fischer Automobilguss GmbH, Nestlé Deutschland AG Maggi Singen Singen (Hohentwiel)
Georg Fischer Automobilguss GmbH
Frank Bettinger, Leiter Umwelt-, Arbeitsschutz und Dienste
Julius-Bührer-Straße 12
78224 Singen (Hohentwiel)
frank.bettinger@georgfischer.com
www.gfau.com
 
Nestlé Deutschland AG Maggi Singen
Eberhard Frütsche, Abt. Energie/Umwelt
Julius-Bührer-Straße 8
78224 Singen (Hohentwiel)
eberhard.fruetsche@de.nestle.com

Dieses Projekt finden Sie auch auf der Seite 23 der Broschüre:
Energieeffizienz in Unternehmen - Erfolgsbeispiele aus Baden-Württemberg (Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg (Hrsg.), 2014)

Bilder

Kenndaten

Allgemeine Informationen  
Jahr der Umsetzung 2008
Kapazität (Kompressoren) 20 MWth
Energieeinsparung p.a. 50.000 MWh
CO2-Einsparung p.a. 11.000 t
Investition 5 Mio. Euro
Lebensdauer 20 Jahre
Interne Verzinsung k.A.

Beschreibung

Einführung

Die Abwärme des Kupolofens der Firma Georg Fischer Automobilguss GmbH konnte nur bis zu einem Drittel intern verwendet werden. Durch die Auskopplung der Abwärme zur Dampferzeugung im benachbarten Maggi-Werk des Nahrungsmittelherstellers Nestlé Deutschland AG kann die Abwärme ganzjährig und vollständig genutzt werden.

Technische Beschreibung

Die bis zu 1.200 °C heiße Abwärme wurde zuvor betriebsintern für die Brennluftvorerhitzung sowie in der Heizperiode teilweise für Raumwärme und Brauchwasser genutzt, wobei überschüssige Energie über einen Wärmeübertrager und Filter an die Umgebung abgegeben wurde. Zur Einkopplung dieser Energie erfolgte 2008 im Rahmen einer Erneuerung des Rekuperators eine Systemanpassung mit Thermoöl als Wärmeträger und einer Verbindung der zwei Unternehmen über ein 400 m langes Rohrleitungssystem. Über dieses werden 300 m³ Thermoöl pro Stunde in das Kesselhaus von Maggi transportiert. Der dort erzeugte Dampf wird zur Sterilisation von Nassfertiggerichten, für Trocknungsprozesse bei der Herstellung von Trockensuppen und Saucen sowie für thermische Prozesse bei der Würzeproduktion genutzt. Dies hat eine Verminderung des jährlichen Erdgasbedarfs beim Lebensmittelhersteller um etwa zwei Drittel bewirkt.

Umsetzung

Um die Unsicherheit bezüglich der künftigen Wärmelieferungen bzw. -abnahme auszuschließen, wurde die Dampferzeugung bewusst bei Maggi angesiedelt. So kann im Falle eines Ausfalls sofort und unkompliziert der Kessel mit Erdgas befeuert werden.