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Bioenergiedorf Gussenstadt

Bioenergiedorf Gussenstadt

28 Landwirte aus Gussenstadt und drei Nachbardörfern sowie die Kommune Gerstetten schlossen sich zu einer Genossenschaft zusammen, um einen Verwertungsweg für landwirtschaftliche Reststoffe (Mist und Gülle) aufzubauen. Für den Bau der Biogasanlage haben die Mitglieder dieser Genossenschaft 20 % Eigenkapital mobilisiert.
Projektträger Projektstandort Kontakt
Energiegenossenschaft Gussenstadt eG Gerstetten-Gussenstadt
Energiegenossenschaft Gussenstadt eG
Thomas Häcker, Vorstand
Hauptstraße 8
89547 Gussenstadt
Tel.: 07323 / 9622908
0176 / 84865707
thomashaecker@gmx.de
www.energiegenossenschaft-gussenstadt.de

Beschreibung

Ziel/Auslöser für das Projekt

Die Erkenntnis, dass es in Gussenstadt ein großes Potenzial für so eine Art Anlage gibt war der Auslöser, ein solches Projekt in die Wege zu leiten.

Projektbeschreibung

28 Landwirte aus Gussenstadt und drei Nachbardörfern, sowie die Kommune Gerstetten schlossen sich zu einer Genossenschaft zusammen, um einen Verwertungsweg für landwirtschaftliche Reststoffe (Mist und Gülle) aufzubauen. Für den Bau der Biogasanlage haben die Mitglieder dieser Genossenschaft 20 % Eigenkapital mobilisiert. Dazu stoßen weitere 60 neue Mitglieder zur Genossenschaft; es sind die Nahwärmeabnehmer, die in der Genossenschaft miteinander die Abteilung Nahwärme bilden.

Besonderes Projektziel ist die möglichst effektive Nutzung des Energiepotenzials der Substrate durch Praktizierung einer am saisonalen Wärmebedarf orientierten Betriebsweise. Im Sommer, wenn in den Häusern (nicht aber in den Kommunalgebäuden) nur Warmwasser benötigt wird, wird nur ein kleines BHKW (200 kWel) betrieben, in der Übergangszeit ein größeres (400 kWel) und im Winter beide BHKWs. Um die flexible Fahrweise der Biogasanlage zu unterstützen wird, der Spitzenlastkessel mit einem Zweistoffbrenner ausgerüstet (Öl/Biogas). Wenn im Winter Gasüberschüsse zu verzeichnen sind, dann wird auch die Heizspitzenlast nicht mit Öl, sondern Biogas gedeckt. Projektziele sind im Übrigen die Nutzung lokaler Bioenergieressourcen für eine langfristig kostengünstige und umweltfreundliche Wärmeversorgung von möglichst vielen Häusern in Gussenstadt unter Beachtung der Einhaltung einer guten Anschlussdichte an das Nahwärmenetz.

Durch den derzeit geplanten und zum größten Teil realisierten Anschluss von 80 Gebäuden im Dorf wird eine Anschlussquote von 70 % erreicht. Die Wärme setzt sich zu fast 95 % aus regenerativer Wärme zusammen, alles aus Biogas-KWK.

Nutzen

  • Einsparung von ca. 350.000 l Heizöl entspricht einer CO2-Einsparung von 854 t
  • Wertschöpfung vor Ort
  • Günstige Wärme
  • Verwertung von Gülle und Mist
  • Stromenergiebilanz: Strombedarf liegt bei ca. 5 % von der erzeugten Menge

Kosten

  • Biogasanlage und Nahwärmenetz ca. 3,6 Mio. Euro
  • Gefördert wurde bis zu 200.000 Euro vom Land Baden-Württemberg, davon stammen 100.000 Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Auszeichnung:

  • Bioenergiedorf Baden-Württemberg 2014

Kenndaten

Ortsdaten  
Datenherkunft / Jahr des Datenbestandes Energiegenossenschaft Gussenstadt eG / 2015
PLZ 89547
Ort Gerstetten-Gussenstadt
Regierungspräsidium Stuttgart
Kreis Heidenheim
in Betrieb ja
Einwohnerzahl 1.389
Haushalte k.A.
Gebäudezahl k.A.

 

Biogasanlage  
Betreiber Energiegenossenschaft Gussenstadt eG
installierte Leistung (el.) 200 kW + 400 kW
installierte Leistung (therm.) 267 kW + 620 kW
Jahresertrag Strom 3,6 Mio. MWh
Jahresertrag Wärme 7,7 Mio. MWh
eingesetzte Biomasse Gülle, Mist, Mais, GPS, Gras

 

Wärmenetz  
Anschluss 80 Haushalte
Länge 4,2 km

 

Ausfallsicherung (Wärme)  
installierte Leistung (therm.) Heizkessel 1.600 kW, Pufferspeicher mit 60 m³ Wasser